Assistenzhundteamprüfung iCert360™

Eine unabhängige, gut strukturierte und objektive Assistenzhundteamprüfung ist wichtig, um die Voraussetzungen für Zutrittsrechte und Förderung zu sichern. Auch trägt sie dazu bei, die Qualität im Assistenzhundsektor hoch zu halten, damit das Konzept sich gut weiterentwickeln kann.
Dank einer vorausschauenden Förderung der Postcode Lotterie (siehe unten) war es uns möglich, einen innovativen Prüfablauf zu entwickeln. Er ist objektiv, umfassend und doch wirtschaftlich – und gleichzeitig so individuell und entspannt wie möglich für Hund und HalterIn!

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie wir Assistenzhundteams (im deutschen Gesetz „Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft“ oder MAG genannt) mit einem fairem und zuverlässigem Video- und Prüfformat begleiten.

iCert360™ ist der registrierte Name für das von uns neu entwickelte und zum Patent angemeldete Verfahren. „i“ steht dabei für „international“, „cert“ für „certification“ (Englisch für Zertifizierung) und „360“ bezieht sich auf die hier eingesetzten 360-Grad-Videoperspektiven.

iCert360™ Traditionelle Teamprüfung
Entspannt und gut vorbereitet  
Die Videobeauftragte, die Ihnen folgt, beurteilt nicht, sondern sorgt lediglich für funktionierende Technik. Von der Prüfungsaufsicht aus der Ferne und in Ruhe angeleitet, läuft die Prüfung sehr entspannt ab. Von Prüfern live vor Ort evaluiert zu werden ist irritierend für Mensch und Hund. Die fokussierten Blicke sowie evtl. kritische Reaktionen im Falle eines Fehlers sind klar zu spüren und sorgen für Stress. Unvorhersehbares sorgt schnell für abgelenkte Prüfer.
Alles lückenlos aufgezeichnet  
360-Grad-Kameras erfassen alles: Rechts, links, vorne, hinten, oben, unten – und das aus mehrfacher Perspektive. Live vor Ort können Prüfer nur jeweils einen kleinen Ausschnitt des Geschehens wahrnehmen. Bewegungen, Umweltreize, Navigation und Notizen, sowie Müdigkeit mit nachlassender Konzentration – da verpasst man schnell etwas.
Umfassend dokumentiert  
Verschiedene Blickwinkel sind durchgehend und zuverlässig aufgezeichnet – so auch die Eigenperspektive. Das erlaubt eine sorgfältige und genau Bewertung. Der subjektive und eingeschränkte Blickwinkel führt zu Fehlinterpretationen. Ein authentische Wiedergabe der HalterInnen-Perspektive fehlt in der trad. Beurteilung – dabei sagt gerade diese oft sehr viel über die Partnerschaft aus.
Wahrnehmung hinterfragen  
Situationen können im Video wiederholt und so objektiv und im Detail bewertet werden. Sehr unterschiedliche Bewertungen arbeiten wir im Team gemeinsam auf, um ihre Ursache zu verstehen. Das Gehirn filtert die wichtigsten Umweltreize für uns. Dazu nutzt es selektive (1), bzw. subjektive Wahrnehmung (2): Man sieht, was es zu sehen glaubt. Das ist tief in unserem Denken verankert und lässt sich nicht abschalten. Nur Videodokumentation erlaubt darum eine zuverlässige live Begutachtung.
Maximale Autonomie für das Team  
Die Prüfung soll Ihren Alltag abbilden. Darum versuchen wir, Ihre Vorschläge möglichst zu berücksichtigen und planen längere Pausen ein, wo nötig. Traditionelle Prüfungen werden oft an einem Stück durchgezogen, auch wenn das für Hund und Mensch eine große und unnatürliche Belastung ist. Es gilt, teure Expertenzeit und Reisekosten zu sparen.
Anonym und vorurteilsfrei  
FachprüferInnen erfahren weder Name, Wohnort, Ausbildungsart oder -stätte, persönliche Details, noch die Bewertungen der Anderen. So bleiben sie unvoreingenommen. Persönliche Details, vorgefasste Meinungen oder gegoogelte Informationen zur Person können die Objektivität und Urteilskraft von Prüfern beeinflussen, die live vor Ort beurteilen. Auch beeinflussen sich die Prüfer gegenseitig.
Unabhängig  
Wir vermeiden Interessenskonflikte sorgfältig. Anonyme Prüfungsvideos schützen vor Interessenskonflikten der FachprüferInnen. Wenn Prüferinnen Ausbildungsstätte bzw. die Auftraggeber kennen, können vergangene Erfahrungen, bzw. der Wunsch nach zukünftigen Aufträgen mitunter die Bewertung verzerren.
Qualitätsmanagement  
iCert360™beruht auf einem detaillierten Qualitätsmanagement. Beurteilt eine FachprüferIn abweichend (“Outlier”), werden die Gründe evaluiert. “Der Prüfer hat einen schlechten Tag gehabt” – wer kennt das nicht? Im traditionellen Verfahren schützt Sie nichts vor Gutachten, deren Urteil Sie anzweifeln.
Da steht eine Aussage gegen die andere, und am Ende hat immer der Prüfer Recht. Strukturen, die nicht hinterfragt werden, verbessern sich nur langsam.
Datenschutz  
Datenschutz ist uns sehr wichtig. Bereits 2018 engagierten wir einen externen Datenschutzbeauftragten: Lange, bevor es vorgeschrieben war. Die DSGVO erfordert von allen Organisationen, die mit Gesundheitsdaten in Kontakt kommen, auch kleinen, einen externen Datenschutzbeauftragten. Dies ist im traditionellen Verfahren nicht immer gegeben.

 

 

Qualifikation für das staatliche Kennzeichen

Die Prüfung der Stiftung Assistenzhund wird von den Stellen der Bundesländer anerkannt, die Ihnen Ausweis-ID und Kennzeichen aushändigen.
Hier melden Sie sich unverbindlich zur Prüfung an.

Die Prüfung wird so individuell wie möglich gestaltet und gewährleistet dabei doch ein umfassendes Gutachten gemäß Assistenzhundeverordnung (AHundV), bzw. anderen Zertifizierungsschemata in der Zukunft.

Kennzeichen für einen staatlich anerkannten Assistenzhund

Wie die Prüfung abläuft

Qualitätsmanagement und Datenschutz

Alle MitarbeiterInnen, die mit Ihren Daten oder Videos in Kontakt kommen (oder kommen könnten), sind durch sehr strenge Verträge dem Datenschutz verpflichtet. Auch mit externen Dienstleistern bestehen entsprechende Abkommen. Wir werden bei der Umsetzung des Datenschutzes von einem unabhängigen Datenschutzbeauftragten betreut, der berät und uns hilft, die Prozesse datenschutzkonform zu verwalten.

Zusätzlich unterwirft sich die Stiftung Assistenzhund mit ihrem Prüfkonzept einem umfassenden Qualitätsmanagement.
Sie können darauf vertrauen, dass die Prüfung für alle nach gleichen Qualitätsstandards abläuft. Qualitätsmanagement definiert Qualität als Prozess: Transparente Abläufe, klar definiert, sichern “Fort-Schritt”, wenn alle Schritte regelmäßig hinterfragt und verbessert werden.

 

Gut geplant und entspannt

Nachdem Sie sich unverbindlich zur Prüfung angemeldet haben, prüfen wir im ersten Schritt, ob Sie und Ihr Assistenzhund gemäß Assistenzhundeverordnung (AHundV) qualifiziert sind. Der große Gesundheitscheck ist dabei für Assistenzhunde, die Ihre Ausbildung vor dem 1. Juli 2023 begonnen haben, nicht erforderlich, sondern nur ein aktuelles, tierärztliches Attest.

Nach diesem Schritt werden Sie zur Sachkundeprüfung eingeladen, die in der Regel über Zoom stattfindet (Modifikationen bei Bedarf möglich).

Sie können sich auf diese Sachkundeprüfung mit unserem gratis bereitgestellten Sachkundehandbuch vorbereiten. Nach bestandener Sachkundeprüfung und Bezahlung werden Sie zur Prüfung angemeldet. Die Prüfung findet so weit wie möglich in Ihrem gewohnten Umfeld vor Ort statt. Sie können dazu Ihren üblichen Tagesablauf und Vorschläge für eine Route einreichen, sowie Notfallinformationen und besondere Bedarfe. Der Tag der Prüfung wird festgelegt und vorbereitet.

Was bedeutet “360-Grad Video”?

Probieren Sie es einfach einmal aus! Starten Sie das Beispielvideo und ziehen dann mit Ihrer Maus das Bild hin und her. Sie sehen, was ein 360-Grad-Video erfasst: Alles! Rundherum, oben und unten ist alles mit nur einer Kamera lückenlos und zuverlässig erfasst. iCert360™ setzt mehrere dieser Kameras ein, damit alles klar und durchgehend dokumentiert ist.

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Umfassend dokumentiert

iCert360™ wurde so entwickelt, dass es Großes leistet, aber nur minimale Bedienung vor Ort erfordert. Die Technik arbeitet, ohne abzulenken oder andere zu stören. Die Videobeauftragte folgt Ihnen mit einigen Metern Abstand, macht sich aber nur bemerkbar, um Anweisungen der Prüfungsaufsicht zu kommunizieren. Videos und Gespräche werden sicher aufgezeichnet, und unsichtbare Reize (z.B. Gerüche, ungewöhnliche Temperaturen oder Wetterphänomene) über diese kommuniziert.

Sie treffen Ihre Videobeauftragte an dem Treffpunkt. Sie erhalten von ihr eine kleine Kamera (mit Tragevorrichtung und Akku – 500 g), die Sie anziehen und die Ihre Perspektive als HalterIn dokumentiert. So können die FachprüferInnen Situationen auch aus Ihrer Perspektive nachvollziehen.

Alles, vom Gesichtsausdruck Ihres Hundes und seiner Körpersprache bis hin zur Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Hund interagieren, kann so in die Begutachtung einfließen.
Diese authentischen Impressionen Ihrer Partnerschaft, die so wertvolle Eigenperspektive, sind bei traditionellen Prüfungen, bei denen die PrüferInnen hinter Ihnen herlaufen, nicht in vergleichbarem Umfang wahrnehmbar.

 

Auch eine traditionelle Kamera kann sie nicht so realistisch einfangen.

 

Prüfaufsicht und Ablauf

Eine Prüfungsaufsicht verfolgt über Livestream das Geschehen. Sie sieht und hört alles über eine verschlüsselte Videoschaltung. Dabei steht sie über Kopfhörer durchgehend in Kommunikation mit der Videobeauftragten – ganz so, als wäre sie vor selbst Ort. Während sie die Prüfung anleitet und mit der Route und Liste der zu prüfenden Hilfeleistungen abgleicht, ist sie allerdings nicht durch eigene Aktivitäten und Interaktionen vor Ort abgelenkt, sondern kann sich voll auf eine reibungslose Organisation konzentrieren. Für den Notfall hat sie Ihre Instruktionen vorliegen und weiß schnell, was zu tun ist.
In Planung und Umsetzung gehen wir stets bestmöglich auf Ihre persönliche Situation ein. Allerdings ist es auch wichtig, dass gleichzeitig die Anforderungen der Assistenzhundeverordnung (AHundV) und internationaler Standards an ein gutes Assistenzhundteam erfüllt werden, denn die bestandene Prüfung zertifiziert ein Assistenzhundteam von hoher Qualität.

Um Überlastung vermeiden zu können, werden am Prüfungstag zwei Zeitabschnitte von ca. zwei Stunden eingeplant, die aber nicht immer gebraucht werden. Diese vorausschauende Planung sichert Mensch und Hund die nötigen Ruhepausen, damit sich niemand überlastet. Das Aufsplitten auf weitere Termine ist bei Bedarf möglich, aber evtl. mit Zusatzkosten verbunden.

Natürlich können Dritte der Prüfung folgen, sie werden von uns jedoch nicht aktiv mit einbezogen, es sei denn, sie sind Teil des Assistenzhundteams (Dreierteam). Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass sich eine Begleitung durch Dritte meist negativ auf die Leistung des Teams auswirkt, da Hund und Mensch dadurch abgelenkt werden. Wenn Sie noch nicht sicher allein mit Ihrem Hund unterwegs sind, raten wir, sich lieber noch etwas Zeit zu geben und an Ihrer Partnerschaft zu arbeiten. Kommt es trotzdem zu Problemsituationen bei denen die Einschätzungen darüber, was war, auseinandergehen, kann bei iCert360™ ja jederzeit das Video zur Klärung herangezogen werden.

 

Begutachtung

Das Video- und Audiomaterial wird sofort und verschlüsselt in einen mehrfach gesicherten Datenspeicher hochgeladen, auf die nur die VideoredakteurInnen Zugriff haben. Sie erstellen aus den Aufnahmen aller Kameras ein einziges, lückenloses, aussagestarkes Video. Das so aufbereitete Prüfungsvideo wird von mehreren FachprüferInnen unabhängig voneinander begutachtet. Unsere FachprüferInnen sind hoch qualifizierte ExpertInnen im Assistenzhundwesen.

Sie können zusätzlich zu ihren praktischen Kompetenzen oft auch akademische und andere Zusatzausbildungen vorweisen können. Zusätzlich zu den AssistenzhundausbilderInnen, die den Anforderungen der AHundV entsprechen, begutachtet, wo möglich, auch eine erfahrene AssistenzhundhalterIn Ihre Prüfung – getreu der Maxime „nichts über uns ohne uns“, dem Grundsatz der UN-Behindertenrechtskommission.

 

Unabhängig und objektiv

Um eine objektive und faire Bewertung zu garantieren, erfahren die FachprüferInnen weder Ihren Namen oder Wohnort, noch Details zur Ausbildungsform, Ausbildungsstätte, oder andere Informationen, die Sie mit uns teilen, für die Begutachtung aber nicht relevant sind. Sieht man das Logo Ihrer Ausbildungsstätte auf der Ausrüstung, verbergen wir es vor den Kameras (und dadurch den FachprüferInnen) durch neutrale Abdeckungen. Die FachprüferInnen – die ja am Prüfungstag nicht live dabei waren – erfahren über Sie nur Ihre zukünftige ID, eine 14-stellige Buchstaben-Zahlen-Kombination. Sie beurteilen so ein vollständig anonymisiertes Team. Das Ziel ist eine Beurteilung, die sich objektiv, vorurteilsfrei und ohne Ablenkung auf das Mensch-Hund-Team konzentriert.

Bewertung

Die FachprüferInnen bewerten jede Situation und Hilfeleistung mit einer Punktzahl. Dazu können sie jedes Szenario zurückspulen, verlangsamen und wiederholt betrachten, um das Zusammenspiel von Halter, Hund und Umwelt umfassend zu analysieren.

Das ermöglicht eine sehr sorgfältige und faire Bewertung. Die FachprüferInnen erfahren dabei nicht, wie die anderen GutachterInnen eine Situation bewertet haben. Sobald alle FachprüferInnen begutachtet haben, wird die finale Note kalkuliert.

Die Kommentare der FachprüferInnen werden für den/die AssistenzhundhalterIn zusammengefasst. Geht die Einschätzungen in bestimmten Szenarien stark auseinander, wird das im Team analysiert und dokumentiert.

Besteht das Assistenzhundteam nicht, entscheiden die FachprüferInnen anhand der Gesamtsituation, ob die Prüfung teilweise oder ganz wiederholt werden kann. Auch hier bewährt sich das Videoformat: Probleme können klar illustriert und erklärt werden und erzeugen eine anschauliche Lernerfahrung. Auch die AusbilderInnen können so Problempunkte anschaulich nachvollziehen, ohne die ganze Prüfung mitlaufen zu müssen.

 

Kosten

Detaillierte Kosten finden Sie auf der letzten Seite der Zertifizierungsordnung. AssistenzhundhalterInnen, die die Prüfung selbst finanzieren müssen, erhalten einen Preisnachlass von 30%.

Vorteile der Assistenzhundteamprüfung iCert360™

Vielen Dank, Deutsche Postcode Lotterie!

Danke, Postcode Lotterie

Seit 2018 entwickeln wir iCert360™und haben so eine wichtige Innovation im Assistenzhundsektor schaffen können. Die jahrelange Entwicklung wäre ohne die visionäre Förderung durch die Deutsche Postcode Lotterie nicht möglich gewesen.


iCert360™ ist ein innovatives Begutachtungsformat, das modernste Technik, spezialisierte Apps und Livestream verknüpft. Das nahtlose Zusammenspiel der Prozessschritte und umfassender Datenschutz sind dabei sehr wichtig. Dank der Postcode Lotterie konnten auch die vielen Dokumente und Prozessschritte erstellt und mit nationalen und internationalen Standards abgeglichen werden.

Eine ausgiebige Erprobung in der Praxis und der Aufbau eines soliden Qualitäts- und Projektmanagements sorgen für eine gute Umsetzung. Nach einer corona-bedingten Verzögerung konnten wir inzwischen den Prozess zum Patent anmelden.

Ein großes Dankeschön an die Deutsche Postcode Lotterie für das erwiesene Vertrauen!

 

 

Logo der Postcode Lotterie

 

Weitere Informationen: Sachkundehandbuch Zertifizierungsordnung Ausbildungsvereinbarung 1

Fn 1: Vorlagen für ein tierärztliches Attest und ein fachärztliches Gutachten werden bei Bedarf im Anmeldeprozess bereitgestellt.


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